Alexander Bajkow: „Das Leben hat eigene Farben und man sollte sie finden“

07.06.2019

Schon seit einem Jahr arbeitet bei der R Group der IT-Business Analyst Alexander Bajkow. Wie er selbst sagt, sei es vielen in belarussischen Gesellschaften, die mit dem IT-Bereich nichts zu tun haben, nicht verständlich, womit sich ein IT-Business Analyst befasst und wozu er überhaupt da ist. Wir haben beschlossen zu erklären, was hinter der trendigen Berufsbezeichnung dahintersteht, und zu erfahren, wie sich Alexander zu diesem Bereich entschieden hat und sich durch Volontärerfahrungen motiviert.

Laufbahnanfang

Business-Analyse hat Herrn Bajkow selbst gewählt. Die erste Arbeit bei einer Bank war für ihn nicht nur eine gute Schule, sondern auch erste Schritte im Beruf, der später sein Interesse und seine Laufbahn „erobert“.

- Der Leiter traute eine Aufgabe zur Optimierung des Vorgangs der Arbeitslohnverbuchung für Bankkunden an. Wie es sich herausgestellt hat, niemand hat damit gerechnet, dass ein junger Fachmann diese Aufgabe lösen kann. Das Ergebnis war aber beeindruckend: damals haben bei der Abteilung, die sich mit der Arbeitslohnverbuchung für Bankkunden beschäftigt hat, 24 Menschen gearbeitet. Jetzt sind da 5 Personen tätig. Funktional ist derselbe, der Arbeitsumfang ist gestiegen, durch IT-Lösungen aber hat sich der Vorgang geändert.

„Dobby ist frei“

Arbeit bei einer Bank bedeutet „Deine Meinung behalte für dich, der Leiter hat immer Recht“, „Arbeit bis 22:00 Uhr ist gut“, „Alles muss gestern gemacht werden“. Nicht für alle ist es wohl, „Geisel“ dieses Arbeitsstils zu sein, deswegen kam es zu einer Wendung.

- Als ich bei der Bank zu arbeiten begonnen habe, wurde es mir deutlich, dass es hier auf eine Nachsicht nicht zu erwarten ist, dass man seine Meinung bei sich behalten muss, bis man leitende Positionen erreicht. Ständiger Termindruck und Bestrafungen für geringste Fehler haben zum Burnout und Beschäftigungswechsel geführt.

Natürlich habe ich bei der Bank mit Profis, guten und gutmütigen Menschen gearbeitet, die mir vieles beigebracht und nützliche Erfahrungen vermittelt haben, aber das Power-Management hat mich weder inspiriert noch motiviert.

Bekanntschaft mit Alexander und Spruch über den besten Manager

Vom ersten Arbeitstag an wurde klar, dass Alexander initiativreich, regsam und anregend ist. Er kam in den Raum mit einem Lächeln ein und begann mit einem Kompliment oder der Anrede „Wie geht´s Mannschaft?“ Natürlich regt zur Kommunikation an und bringt zum Lächeln. In der Kindheit war Alexander vom Tigger aus dem Zeichentrickfilm Winnie Puuh begeistert: lebensfreudig und aufgeschlossen, immer bereit zu unterstützen und zu helfen. Der künftige IT-Business Analyst behält für sich diese Eigenschaften im erwachsenen Leben.

- Wenn es meinen Angehörigen und Leuten in meinem Umfeld gut geht, wenn sie glücklich sind, so bin ich guter Laune! Mir vergeht aber die Stimmung wegen der Menschen, die ständig ein Klagelied anstimmen, neidisch und arrogant sind. Ich bin froh, dass ich fast immer ausgezeichnete Stimmung habe.

Alexander hat immer ungewöhnliche Ideen und Fälle. Und die Geschichte der Bekanntschaft mit der R Group ist ziemlich originell:

- Kurze Zeit arbeitete ich in der Nachbarschaft bei der Shate-M, ging oft am Büro der R Group vorbei und beachtete den leeren Parkplatz „Der beste Manager“. Ich fragte mich: „Warum gibt es einen Platz, aber keinen Wagen? Entweder gibt es den besten Manager nicht oder ist er immer unterwegs und deswegen ist er der beste“. Es stellte sich heraus, dass alles ganz einfacher ist: nicht alle besten Manager ziehen vor, mit einem Auto zur Arbeit zu kommen.

Nach täglichen „Rendezvous“ mit dem Büro habe ich beschlossen, über die Gesellschaft im Internet zu lesen, darunter in sozialen Netzwerken. Der Inhalt, Position auf dem Markt und das unternehmenseigene Leben, besonders der Wettbewerb R Voice, haben mich gewundert. Mir gefallen solche Veranstaltungen: Ich habe selbst an der Liga des Clubs für Lustige und Schlagfertige“ der Sparbank Russlands während vier Jahre teilgenommen, deswegen unterstütze ich immer solche Ideen und deren Teilnehmer. Danach habe ich das Stellenangebot in der Gesellschaft gegoogelt und wunderlicherweise die Stellung eines Business Analysten im IT-Bereich gefunden. Ich habe meinen CV gesandt und kann bestimmt sagen, dass ich nicht eine falsche Wahl getroffen habe.

Anpassung und Arbeitsspezifik eines Business Analysten im IT-Bereich

Den ersten Tag im Arbeitskreis verbrachte Alexander auf dem Firmenfest zu Ehren des 20-jährigen Jubiläums der Gesellschaft. Der Anschluss zur Gemeinschaft ist schneller abgelaufen, in dieser informellen Atmosphäre aber war es sogar leichter.

- Das erste, was ich an der R Group bemerkt habe, war die Fähigkeit zuzuhören – sowohl im persönlichen als auch im arbeitsbezogenen Umgang. Wir haben uns sofort verständigt, es gab keine Probleme mit Kommunikation. Zu diesem schnellen Anschluss hat natürlich auch das Firmenfest verholfen. Wir versammeln uns oft nach der Arbeit, erholen uns zusammen mit unseren Familien.

Es ist natürlich abgeklappert, aber die Gemeinschaft ist wichtig. Wie die Aufgaben gemeinsam gelöst werden, wie alle auf Fehler reagieren, ob alle sich zusammen erholen – all das bildet die allgemeine Atmosphäre. Deswegen kann ich ohne gute Atmosphäre überhaupt nicht arbeiten. In meiner Praktik gab es Situationen, wenn ich Angebote mit guten Arbeitsbedingungen ablehnte, nur weil die Atmosphäre in der Gemeinschaft mir fremd war.

Einer der Gründe, warum es den Beruf eines IT-Business Analysten gibt, ist die Notwendigkeit, Beziehungen zwischen dem Auftraggeber und den Software-Entwicklern aufzubauen.

In der Praxis wird oft sehr viel Zeit (und sie ist kostspielig) für die Kommunikation zwischen dem Auftraggeber und der Entwicklungs-Mannschaft verbraucht. Die Weltstatistik zeugt: Bei der Arbeit eines Analysten werden 3-5 Arbeitstage für die Lösung von leichten Aufgaben gespart, insgesamt gelingt es, während eines Jahres 2-3 Monate Arbeit der Softwareentwickler-Mannschaft zu sparen. Bei komplizierten Aufgaben steigt die Einsparung um ein Vielfaches. Derzeit ist es uns bei der IT-Abteilung zusammen gelungen, den Vorgang der Aufgabenbeschreibung zu vervollkommnen. Ich erhalte positiven Feed-back von den Mitarbeitern und besonders von unseren Software-Entwicklern.

Gedanken eines Freiwilligen

Alexander hat sich mit dem Freiwilligendienst bei einer der Organisationen für Hilfe den Kindern beschäftigt und gesehen, unter welchen schwierigen Bedingungen sie leben, welche Hindernisse ihre Familien zu überwinden haben. Diese Erinnerungen und Emotionen lassen ihn den Kopf nicht hängen und noch besser schätzen, was er im Leben hat:

- Natürlich habe ich genug Schwierigkeiten und Pechsträhnen, von denen ich erschöpft war. Ich habe aber Menschen getroffen, die nichts haben, sogar keinen Ort, wo man bequem übernachten könnte, die ernste Gesundheitsprobleme haben.

Wenn ich mich leidend fühle und mein Leben bedaure, erinnere ich mich, dass es Millionen Menschen gibt, denen jetzt noch schlechter als mir geht, und sie würden alles geben, um in dieselben Bedingungen zu geraten, unter denen ich lebe. Wenn du deinen Lebenskreis nicht bemerkst, kann eine Täuschung entstehen, als sei irgendwo alles sehr gut, und bei dir alles schiefgeht.

Als Freiwilliger habe ich oft onkologische Krankenhäuser, Pflegeheime besucht, und den Menschen, die oft ein Klagelied anstimmen, schlage ich vor, dorthin zu fahren, um zu verstehen, dass das Leben eigene Farben hat. Man muss sie finden und das schätzen, was man hat. Wenn etwas nicht gelingt, wenn man sich in Jammer auflöst, ist mein Ratschlag: mehr Kommunikation, Entwicklung, Stimmung und Farben ins Leben.

Bewegung ist Leben

Eine der Farben, die das Leben von Alexander greller macht, ist seine Begeisterung für Jagd.

- Wir mit dem Vater halten Jagdhunde und fahren in den Wald bei erster Gelegenheit. Wer weiß, was eine Jagd mit Jagdhunden ist, der versteht meine Emotionen. Mit Vergnügen fische ich, aber ich habe keine Geschichte über Trophäenhechte: Ich kann einfach am Ufer sitzen und ein Paar Kleinfische zum Abendessen für meine Kate fangen – das wird schon ein Erfolg. Insgesamt kann mich vieles begeistern, grundsätzlich soll es Nutzen bringen.

In einem anderen Land zieht Alexander auch aktive Erholung vor: Er schaltet von der Arbeit, von sozialen Netzwerken maximal ab und geht los auf Verkostung der örtlichen Küche, auf Unterhaltungen und Bekanntschaften mit neuen Menschen.

- England hat mich beeindruckt: verwunderlich ist die Zugänglichkeit verschiedener Freizeitgestaltungen. Da gibt es keine Frage: „Was werde ich heute unternehmen?“ Mir hat die Selbstorganisiertheit der Einwohner gefallen. Sie alle gehören zu irgendwelchen Klubs, nehmen am gesellschaftlichen Leben teil, haben interessante Traditionen und befolgen sie.

Ich wurde auch von der Schweiz beeindruckt. Wenn ich daran denke, erinnere ich mich an die Zeile aus dem Lied von Wyssozki: „Besser als Berge können nur Berge sein, wo ich nicht war“. Das ganze Land ist wie beste Landschaft.


Mir mit Alexander wünschen euch, eure eigene Motivationsart zu finden, immer die Welt herum zu bemerken und eine eigene ideale Landschaft zu finden.